Ein einwöchiger Segeltörn von Split durch die Kornaten.


Törn vom 8.9. – 15.9.2018
Yacht: Bavaria Cruiser 40 S „Easy Eleven“ , BJ 2013
Vercharterer: Pitter Yachtcharter
Abgangshafen: ACI Marina Split

Törnart: Individueller Segeltörn mit Skipper.
Ausbilungs- und Meilentörn.

Skipper: Dan Sennhauser

Crew: Marco, Tobias U. und Tobias B.

Herzlichen Dank an Marco für das zur Verfügungstellen der tollen Törnfotos.
Alle Fotos ohne Quellenangabe von Marco.


8.9.2018 – Von Split nach Veli Drvenik 

Unsere Crew trifft sich am Nachmittag des 8.9. in der ACI-Marina Split. Wir werden die kommende Woche 4 Mann auf dem Boot sein. Der Wetterbericht verspricht recht gutes Wetter, keine Stürme, keine nennenswerten Regenschauer, keine Bora und kein Jugo. Es scheint also eher eine ruhige Woche zu werden.

Nach der Schiffsübernahe zusammen mit Marco, dem Einkaufsbummel im „Konzum“ und der gründlichen Vorbesprechung sowie der Sicherheitseinweisung entschliessen wir uns, trotz der vorgerückten Stunde – es ist bereits 17.30 Uhr – noch auszulaufen. Denn hier in dieser Marina ist es überhaupt nicht schön! Es ist eng, laut, und hat keine schöne Beiz – also nichts wie raus

Der Wind hat stark aufgefrischt – kommt leider direkt aus NW – also genau von gegenan: unser Ziel ist nämlich die Bucht Uvala Krknjasi –  besser bekannt unter dem Namen „blaue Lagune“ – an der SE–Ecke der Insel Veli Drvenik. Hier wollen wir die Nacht am Anker verbringen.

Sonnenuntergang über Drvenik

Sonnenuntergang über Drvenik

Da wir das Boot noch nicht kennen und der Wind genau von gegenan kommt, entschliessen wir uns auf das setzen der Segel zu verzichten und unter Motor unser Ziel anzusteuern …. mit Aufkreuzen würden wir unser Ziel erst nach mehreren Stunden, also mitten in der Nacht, erreichen.

Wir fahren während gut 2 Stunden einem wunderbaren Sonnenuntergang entgegen und machen dann unser Ankermanöver in der Bucht, welche bereits recht überfüllt ist, bei Dunkelheit.

Wir sehen gerade noch genug, um die Abstände zu den andern Booten und dem Ufer abzuschätzen.

Hier in dieser wunderbaren Bucht geniessen wir nun in aller Ruhe unseren ersten Abend auf dem Boot.

Tagespensum : 13 SM, Törntotal: 13 SM

9.9.2018 – Von Drvenik nach Zirije

Da heute eine etwas längere Strecke geplant ist, starten wir ca. 08.00. Ein frisches Bad im glasklaren Wasser – und nichts wie los.

Den Vormittag hindurch fahren wir unter Motor, da leider kein Wind bläst – alles Kurs NW mit dem Ziel Vela Stupica am S –Ende der Insel Zirije. Da ich weiss, dass diese Bucht recht stark frequentiert ist, ist es wichtig, nicht später als 16.00 – max. 17.00 dort einzutreffen, um sicher noch eine freie Boje zu finden.

Segeln beim Leuchtfeuer Hrid Mulo

Schönes Segeln beim Leuchtfeuer Hrid Mulo

Auf der Höhe des Leuchtfeuers Hrid Mulo gibt’s eine leichte Brise aus NW. So, jetzt werden wir mal Segel setzen – uns vertraut machen mit den Leinen: welches ist der Unterliekspanner, wo ist die Grossschot, wo sind die Reffleinen etc.?  – ist doch schön, das erste Segelsetzmanöver nur bei leichter Brise zu machen, so dass sich die ganze Crew mit den Leinen in aller Ruhe vertraut machen kann.

Die leichte Brise entwickelt sich langsam zu einem schönen Wind aus NW mit ca. 3 Bf . Zum Glück sind wir vormittags doch recht weit in Richtung Ziel gefahren, denn nun haben wir Zeit genug, um den ganzen Nachmittag gegen diesen leichten Maestrale aufzukreuzen – so kann meine Crew viele Manöverübungen machen und sich mit dem Boot vertraut machen – ja, so macht`s Spass!

Wir finden auch Zeit, noch einige „Boje über Bord“ Manöver zu fahren, was auch viel Übung gibt im Bootshandling.

So macht Segeln in Kroatien Spass

Segeln Richtung Zirje: so macht`s Spass

Ca. 16.30 fahren wir wie geplant in die Bucht Uvala Stupica: Es hat noch ein paar freie Bojen – ja die dort drüben nehmen wir! 

Klar wäre es schön gewesen, bei dem angenehmen Wind noch weiter zu segeln, doch ich bin froh, haben wir noch eine freie Boje gefunden, denn nach ca. 1 Std. sind tatsächlich alle Bojen belegt.

Ankerplätze sind hier sehr rar und der Ankergrund vorne in der Bucht soll felsig sein, also nicht sehr geeignet zum Übernachten.

Nun gilt es noch das Dinghi zu aktivieren, denAussenborder zu montieren – und siehe da, dieser springt schon beim ersten Versuch an!

Also: Alle Mann aufs Dinghi, rüber zur Konoba, ein kühles Bier – Tagesverlaufbesprechung und Planung des Folgetages.

Abendessen Konoba Vela Stupica

Das Abendessen in der Konoba Vela Stupica!

Dann ein feiner rustikaler Z`nacht: Hier kann man wählen zwischen gegrillter Dorade oder gegrillten Schweinskoteletten. Wir bestellen von beidem etwas – beides schmeckt herrlich!

Bei der Rückfahrt mit dem Dinghi zu unserem Boot ist es schon stockfinster und wir sind froh, gute Taschenlampen und Stirnlampen bei uns zu haben. Es wäre sonst recht schwierig gewesen, unser Boot zu finden!

Tagespensum:  37 SM, Törntotal: 49 SM

10.9.2018 – Von Zirije nach Piskera

Der Wind ist heute so schön, dass wir den ganzen Tag segeln können. Die Segel setzen wir schon in der Bucht, umfahren die Südspitze um Zirje mit flotter Fahrt unter Volltuch, nehmen dann Kurs gegen Norden.

Im Zirjanski Kanal herrschen beste Bedingungen für Manöverübungen: Regelmässiger Wind mit 3 Bf, flache See: Also an die Arbeit! Ein kurzes Stück müssen wir mit Motorenhilfe gegen den schwachen Wind fahren aber schon nach ein paar Meilen gibt’s genügend Platz zum Aufkreuzen.

So nähern wir uns langsam den Kornaten, segeln unter Tuch zwischen der Insel Smokwiça und der Südspitze von Kornat hinaus auf die offene Adria und kreuzen langsam aber sicher Richtung Piskera, unserem Zielhafen.

Piskera ist sicherlich eine der schönsten – wenn nicht die schönste – Marina von ganz Kroatien!

Piskera bei Sonnenuntergang

Abends lassen wir uns dann vom Boot der Konoba von gegenüber abholen und geniessen hier wiederum ein schönes, gemütliches, rustikales Z`nacht.

Tagespensum: 42 SM, Törntotal: 91 SM

11.9.2018 – Piskera nach Veli Iz

Segeln durch die Kornaten

Heute leider kein Wind. Also Maschine an. Dafür gibt’s zur Belohnung eine traumhafte „Motorbootsfahrt“ quer durch die Kornaten – alles zwischen der Insel Kornat und den kleinen Inseln wie Rasip Veli, Rasip Mali, Mana, Levranaka und wie sie alle heissen.

Wir segeln durch eine traumhaft schöne Landschaft, nicht umsonst ein Unesco – Welt – Naturerbe.

Mittags passieren wir die Meerenge Mala Proversa zwischen den Inseln Katina und Dugi Otok – hier gilt es sehr exakt zu navigieren – ist sie doch sehr schmal, diese Durchfahrt.

Die Mala Proverse, eine enge Durchfahrt zwischen den Inseln.

Da es recht heiss ist, beschliessen wir, in der Bucht gleich nach der Durchfahrt für einen kurzen Badehalt zu ankern. Doch kaum sitzt der Anker, kommt schon der Ranger des Naturparks „Telascica“ dahergebraust und will uns 500 Kuna abknöpfen.

Da wir nicht gewillt sind, für einen kurzen Badehalt so viel Geld zu bezahlen, ziehen wir den Anker halt wieder hoch und fahren weiter – nichts mit Badehalt – schade, es wäre hier sehr schön gewesen.

Dann halt weiter nordwärts. Um ca. 13.00 Uhr kommt endlich Wind auf und wir können auf der Höhe der kleinen Insel Tukoscak Segel setzen!

Zuerst segeln wir ganz gemütlich, doch langsam nimmt der Wind zu und es gibt ein wunderbares Hart – am – Wind Segeln mit aufkreuzen zwischen den Inseln Zut und Iz.

Unser Zielhafen ist die Marina Veli Iz.

Veli Iz

Bis kurz vor der Einfahrt in die Bucht Veli Iz können wir alles mit Volltuch aufkreuzen. Dann Segel bergen – rein in die Bucht und achterlich an den Steg – es hat noch viel Platz.

Aber auch hier: Zum Glück haben wir rechtzeitig angelegt, denn kaum haben wir festgemacht, kommt ein Boot nach dem andern und innert 1 Std. ist die Marina voll.

Eine russische Flottille! … Das kann ja heiter werden!
Im Nachhinein wird sich aber zeigen, dass es überhaupt nicht schlimm war, denn die russischen Segler haben sich scheinbar in die Beizen des Ortes verzogen.

Hier finden wir auch die Konoba, welche ich von einem früheren Törn her kenne: Konoba Galija! …. mitten in der kleinen Altstadt von Veli Iz .. gar nicht so leicht zu finden. Die schönste Konoba des ganzen Törns? … Einfach, rustikal, gepflegt, sehr klein … Er hat vielleicht 4 -5 Tische, einfach sympathisch; und ausgezeichnetes Essen !

Tagespensum: 37 SM, Törntotal: 128 SM

12.9.2018 – Veli Iz nach Uvala Mirina bei Grebastica

Ausfahrt aus der Marina Veli Iz

Heute gilt es bereits, die Rückfahrt in Angriff zu nehmen, denn in 3 Tagen müssen wir zurück in Split sein.

Also südwärts! Leider hat es heute tatsächlich keinen Wind, also Maschine und Autopilot an.
Zeit zum relaxen und zwischendurch Knoten üben, so geht die Zeit schneller vorbei!

Nach tatsächlich 33 SM Motorbootfahren machen wir einen Halt in der Bucht Uvala Ostrica an der Nordostecke der Insel Kaprije: An die Boje – rückwärts, die Boje ist gross und schwer und beim ersten Versuch vorwärts haben wir die vordere Hälfte unseres Bootshakens verloren. Zum Glück schwimmt der, so dass ich ihn schwimmend wieder bergen kann. Und jetzt ab ins Wasser – das tut gut, ein frisches Bad nach dieser langen Motorbootfahrt!

Nach unserem Badehalt haben wir Glück und es kommt Wind auf!
Also: nichts wie weg, Segel hoch und mit gemütlichem räumlichem Kurs kreuzen wir ab vor dem Wind Richtung Ziel, die Ankerbucht Uvala Mirina bei Grebastica südlich von Sibenik.
Wir können recht weit hinein Segeln, bergen die Tücher südl. der Insel Vela Krbela und ankern dann mitten in der Bucht.

Unser Nachbar in der Bucht von Ostrica

Mauer von Ostrica

Die berühmte Mauer von Ostrica

Eine ganz tolle Ankerbucht: Gut geschützt von allen Winden, ganze Bucht eine Tiefe von 5 – 8m und sehr guter Ankergrund, viel Platz zum schwojen. Einfach eine super Ankerbucht!

Diese Bucht ist auch berühmt wegen der Mauer, welche die einheimische Bevölkerung im Mittelalter gebaut hat zum Schutz gegen die Osmanen.

Tagespensum: 48 SM – Törntotal: 176 SM

13.9.2018 – Uvala Mirina nach Uvala Stari Trogir

Zuerst unter Motor raus aus der Bucht, doch um ca. 10.30 Uhr können wir Segel setzen. Zuerst segeln wir gemütlich mit räumlichem Kurs, doch langsam dreht der Wind und schon bald haben wir den Wind von vorne, so dass wir aufkreuzen müssen – macht nichts – so macht`s doch Spass.

Wir machen im Durchschnitt 4 – 5 Knoten Fahrt, kommen also gemütlich voran Richtung Süden, unserem Ziel  Uvala Stari Trogir entgegen, wo wir die Nacht wieder vor Anker verbringen wollen. Vor Einfahrt in die Bucht nochmals ein paar Bojen-über-Bord Manöver, diesmal nur unter Tuch, ohne Motorhilfe .. gar nicht so einfach!

Ankern Stari Trogir

Ankern in der Bucht von Stari Trogir

Dann Ankermanöver in der wunderbaren Ankerbucht Stari Trogir, auch dies eine ganz tolle Ankerbucht
… wunderbar zum Schwimmen und geniessen … gut geschützt und guter haltender Sandgrund.

Tagespensum: 37 SM, Törntotal: 213 SM

14.9.2018 – Uvala Stari Trogir – ACI Marina Split

Heute ist unser letzter Tag auf See: so wie wir es gewohnt sind, ist es am Vormittag windstill und am Nachmittag bläst eine frische Brise!

D.h. vormittags unter Motor südlich vorbei an den beiden Inseln Veli Drvenik und Mali Drvenik, dann durch den Soltanski Kanal, entlang der Nordküste von Solta bis nach Rogac: hier wollen wir Diesel tanken!

Doch oh Schreck: es stehen mindestens 10-15 Yachten in mehr oder weniger „Reih und Glied“, um an die Tankstelle zu kommen. Alle haben sich vermutlich dasselbe gedacht: Lieber hier tanken als später in Split, dann muss man nicht so lange warten.

„Janu“ … es gibt nichts anderes als sich in die Reihe zu stellen, versuchen das Boot möglichst still – am besten mit dem Heck im Wind – zu halten und warten, bis wir an der Reihe sind. Ca. 13.00 Uhr sind wir endlich dran, füllen den Tank und jetzt nichts wie los: es ist unterdessen ein schöner Wind aufgekommen, was bewirkt, dass wir den ganzen Nachmittag nach Lust und Laune segeln können!

Ein schönes Abschlussegeln: Das haben wir uns verdient!

So gegen 17.00 wird’s leider langsam Zeit, in den Hafen einzulaufen. Tücher bergen .. und rein in die sehr enge Marina. In der Gasse alles rückwärts .. doch da wir fast die Letzten sind , die einlaufen, müssen wir das Boot doch noch drehen, um rückwärts am uns zugewiesenen Platz anlegen zu können … etwas mühsam bei diesen engen Platzverhältnissen .. aber es geht!

Einfahrt in die enge ACI- Marina ACI Split

Nun gibt’s den letzten wohlverdienten Ankertrunk … und schon beginnt der ungemütliche Teil: zusammenpacken und aufräumen!

Abends in die Beiz, welche etwas über dem Hafen gelegen ist …Terrasse ist voll, aber drinnen finden wir Platz .. und die Pizzas schmecken wundervoll.

Tagespensum : 39 SM

Abendstimmung über das ACI-Marina Split

Ich danke meiner Crew, Marco, Tobias U. und Tobias B. für diese wunderschöne Woche, die gute Seemannschaft und die gute Kameradschaft

Gesamt zurückgelegte Seemeilen auf diesem Törn: 252

Dan Sennhauser

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