In der Marina von Dunstaffnage

Segeln in der Nordwest-Schottischen Inselwelt.

Vom 11.- 25 Juli 2018 ab Oban, Marina Dunstaffnage mit Westerly Corsair 36 von Alba Sailing.
Skipper und Verfasser Törnbericht: Dan Sennhauser


Nordwestschottland, die inneren und äusseren Hebriden: Das Traumrevier für jeden Segler/Seglerin der/die es liebt, in einsamer Natur zu segeln, zu ankern oder in kleinen Marinas anzulegen – sei es am Steg – sei es an einer Boje.

Ein Traumrevier für jeden Segler/Seglerin welche sich freut an spielenden Delfinen, an ruhig daher gleitenden Walen, an stolzen Adlern hoch über den Klippen oder an neugierigen Seehunden!

Ein Traumrevier für Segler und Seglerinnen, welche sich interessieren für Gezeitensegeln, die bereit sind auch mal Regenschauer in Kauf zu nehmen, und sich nicht scheuen, die Tagesplanung zeitweise nach den Strömungen zu richten!

11.7.2018 – Marina Dunstaffnage

Nach langer, eingehender Vorbereitung für diesem Törn, treffen wir uns alle in der Marina Dunstaffnage in der Nähe der Stadt Oban.

Ich selbst bin mit meiner schottischen Segelkollegin Sarah aus Glasgow per Auto nach Dunstaffnage gebracht worden – eine wunderschöne Fahrt durch das schottische Hochland. Unsere andern 2 Crewmitglieder, Claudia und Thomas, treffen etwas später ein: Per Zug von Glasgow nach Oban.

Diese Fahrt dauert 3 Stunden – ist aber – da der Zug durch die beeindruckend schöne Landschaft des schottischen Hochlandes fährt, sehr kurzweilig  – gute Sicht vorausgesetzt! Mit dem Taxi von Oban nach Dunstaffnage ist es nur ein Katzensprung.

Natürlich ist das Wetter so, wie man es in NW –Schottland erwartet – eben „Tagesgangwetter“ – ein bisschen von allem: Nieselregen, dann wieder Aufhellungen, dann ein kleiner Schauer, nicht besonders warm, dann wieder Sonnenschein!

Unser Schiff, eine Westerly Corsair 36, gechartert bei Alba-Yachting in Dunstaffnage, zeigt sich bei der Uebernahme in sehr gutem Zustand.

Alles was wir brauchen, scheint vorhanden zu sein – und v.a. auch alles was wir hoffentlich nie brauchen werden: die ganze Sicherheitsausrüstung ist auf sehr hohem Standard – so wie in UK üblich und auf einem RYA –Trainingsboot vorgeschrieben.

Einige kleine Mängel werden sich, so wie üblich, erst später zeigen. Nach der Bootsübernahme und dem Einbunkern der mitgebrachten Lebensmittel und unserer persönlichen Sachen, haben wir nun Zeit, im Restaurant „the Wide Mouthed Frog“ (also der „Breitmaulfrosch“ !) unser erstes “lokal beer“ mit einem anschliessenden, eher etwas einfacherem Abendessen zu geniessen.

12.7.2018 – Marina Dunstaffnage – Loch Aline

Da wir noch auf das Gepäck von Thomas warten müssen – es ist leider im Flughafen Zürich „stecken“ geblieben ! – haben wir den ganzen Vormittag Zeit für eine gründliche Sicherheitseinweisung. Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist für unsere Planung recht günstig: eher leichte Winde aus SW, wenig Regen, keine Stürme in Sicht! Wir haben Zeit für eine detaillierte Routenplanung – für einen ausgiebigen Lunch – und dann um 14.00 : Endlich – das Gepäck wird von einem Kurier gebracht! Nichts wie Leinen los!

Motor an, ablegen, Orientierung entlang der zahlreichen Lateralboyen – und los geht’s Richtung Sound of Mull.

Es ist wichtig, dass wir rechtzeitig in den Sound of Mull einfahren, denn der Gezeitenstrom wird ca. 17.00 zu unseren Ungunsten drehen! Schöner Wind – Segel hoch (Volltuch)  und ab Richtung „Ladys Rock“, ein markanter Leuchtturm auf einem kleinen Riff mitten in der Einfahrt in den Sound of Mull.

Der zufriedene Skipper Dan. Im Hintergrund „Ladys Rock“

Hier, bei der Einfahrt in den Sound of Mull:
Starke Strömung mit viel, sehr eindrücklichem Kabbelwasser.
Im Sound verlässt uns der Wind und wir fahren unter Motor bis Loch Aline, wo wir am Steg der sehr kleinen „Marina“ anlegen können. Wunderschöne Natur – einmalig!

Diese Schwimmstege sind so weit aussen verankert, dass wir auch bei Niedrigwasser keine Grundberührung befürchten müssen.

Abends ein kurzer Ausflug in die nahe gelegene Kneipe: Jetzt sind wir echt im tiefsten Schottland angelangt!

Tagespensum: 17 sm – Total 17 sm.

13.7.2018 – Loch Aline – Arisaig

Früh aufstehen – ein langer Tag steht bevor und wir müssen bei mindestens ½ Hochwasser an unsrem Ziel sein!

Im Sound of Mull ist es immer noch windstill – also motoren bis wir an Tobermory vorbei sind – es ist eine wunderschöne Fahrt durch diese einmalige Landschaft – und alles bei gutem Wetter – oft sogar richtig Sonnenschein!

Nun gilt es den Andramurchan Point (der westlichste Festlandpunkt von UK) zu umfahren – gemäss Revierführer soll man diesen wegen drehenden Strömungen weiträumig umfahren – was wir gewissenhaft auch tun!

Und hier kommt Wind auf – Segel hoch und abkreuzen vor dem Wind Richtung Tagesziel: Arisaig! Alles mit Volltuch gen Norden.

Sarah entdeckt als erste den weissen Fleck auf dem Felsen

Die Einfahrt in die Bucht Arisaig ist sehr schwer auszumachen – da ist uns unser Navionics ein sehr guter Gehilfe!
Erst kurz vor der Einfahrt in die Bucht ist der hell markierte Fels zu sehen, welcher im Revierführer beschrieben ist.

Und nun die Einfahrt in die Bucht von Arisaig: das ist nun wirklich hohe Schule der Navigation!

Jetzt ist auch klar, warum wir mind. ½ Hoochwasser brauchen.

Die Einfahrt braucht unsere volle Konzentration – die dünnen Dalben sind nicht besonders gut zu sehen: Also bei Nebel nicht zu empfehlen!

In der Bucht von Arisaig befindet sich ein ausgedehntes Bojenfeld. Da wir vorher der Hafenwärtin angerufen haben, wissen wir, dass wir die Boje Nr.24 benutzen dürfen. Diese finden wir sofort und innert Kürze sind wir gut und sicher vertäut! … Und schon geniessen wir einen kleinen Ankertrunk und anschliessend die vorbereitete Lasagne.

Tagespensum : 42 sm  – Total 59 sm

14.7.2018 – Arisaig – Kyle of Lochalsh

Früheste mögliche Ausfahrt wegen Gezeit ist morgens um 09.00 (1/2 HW) Deshalb: gemütliches Frühstück mit Porridge und Beacon and Eggs! Schliesslich sind wir in Schottland!

Nach der Ausfahrt aus der Bucht, welche wiederum sehr genau gefahren werden muss, erwartet uns ein kräftiger Südwind in der Einfahrt in den Sound of Sleat … nichts wie Segel rauf, gerefftes Gross und volle Genua … nun rauscht es ab auf räumlichem Kurs Richtung Mallaig auf der Ostküste des Sound of Sleat.

Wir planen dort einen kleinen Zwischenhalt in der Marina, um Wasser zu bunkern und einige Einkäufe zu tätigen … doch bei der telefonischen Anfrage teilt man uns mit, dass die Stege alle besetzt sind … das gibt’s also auch in Schottland in der Hochsaison! Der Grund ist vermutlich das regnerische Wetter und der kräftige Südwind. Also beschliessen wir weiterzusegeln.

Neues Ziel: Kyle of Lochalsh.
Dort befindet sich eine kleine Marina mit der nötigen Infrastruktur.

Um nach Loch Alsh zu kommen, müssen wir aber die berühmt-berüchtigte Kyle Rhea durchfahren: Eine schmale Passage zwischen dem Festland und der Isle of Skye.
Auf einer Länge von gut 2 SM besteht hier ein extrem starker Gezeitenstrom von bei Springzeit bis 8 kn! Und wir haben im Moment Springzeit!

D.h., wir müssen mit Hilfe des Strömungsatlases genau wissen, ab welchem Zeitpunkt wir die Kyle Rhea nordwärts passieren können. Frühest möglicher Zeitpunkt: 15.00  Uhr – dann dreht die Strömung Richtung Norden. Wir sind also zu früh und müssen deshalb während ca. 1 Std beigedreht abwarten, bis uns die Strömung wohlgesinnt ist. Nicht ganz einfach das Beiliegen bei ca. 6 Bf in einem doch recht engen Fahrwasser!

Leider überzieht sich der Himmel mehr und mehr, es beginnt Nieselregen und an den Berghängen hängt dichter Nebel.

Die wohl kleinste Fähre der Welt (?) – Platz für 4 PWs – hängt an einem Seil am Seegrund und wird nur vom Gezeitenstrom angetrieben – Traverse über Kyle Rhea bei dichtem Nebel.

Das sonst so wunderschöne Panorama hier bleibt uns leider vorenthalten. Umso rassiger geht’s dann durch die Kyle Rhea. Wegen der drehenden Winde entschliessen wir uns, unter Motor durch diese enge Passage zu fahren. Unsere Maschine schafft bei normaler Fahrtgeschwindigkeit ca. 6 Knoten: Das GPS meldet uns aber eine Fahrt über Grund von 11.9 Knoten! Wir haben also im Moment fast 6 Knoten Strömung nordwärts, d.h., wir haben die Gezeitenströmung richtig vorausgesagt.

Nach dieser spannenden Durchfahrt gelangen wir in die recht grosse Bucht von Loch Alsh. Und nun geht’s los: Ein heftiger Gewittersturm kommt auf und es bläst mit 6 -7 Bf – nicht daran zu denken, in der nahe gelegenen Marina von Kyle Lochalsh anzulegen! – also abwettern !

Tja .. wo und wie abwettern? Kurzer Blick auf die Karte: Auf der Südseite von Loch Alsh gibt’s ein kleines Bojenfeld welches windgeschützt liegt – also kurz entschlossen: Zu dem Bojenfeld – Anlegeversuch: Oh je … es scheint eine Privatboje zu sein, es hat keine Mooringleine – und überhaupt – scheint doch nicht so geeignet. Wir entschliessen uns unter Motor in der Bucht zu kreisen, bis die stärksten Sturmböen vorbei sind. Nach ca. 10 min: Tatsächlich – die Wolken lockern auf und der Wind lässt nach.

Also nichts wie los: Zur Marina an den Steg, wo uns der Hafenwart am Telefon einen freien Platz zugesagt hat (seitwärts anlegen). Tja .. wo ist der freie Platz?

Ach, da hinten auf der Innenseite des Steges zwischen diesem Segler-Oldtimer und dem Motorboot. Nichts wie rein, die Wassertiefe stimmt, aber ob die Länge des freien Platzes ausreicht? … Ran an den Steg, Bug schräg voraus, zum Glück nehmen uns zwei Männer am Steg die Bugspring ab, legen sie um die Klampe am Steg und ich kann ganz vorsichtig in die Bugspring eindampfen!

Ja, der Platz genügt: vorne ½ Meter, hinten ½ Meter! – geschafft!

Kyle of Lochalsh ist nun nicht unbedingt der schönste Ort an der schottischen Westküste, dafür liegen wir hier sehr sicher, wir können Wasser bunkern, es gibt Landstrom, es gibt Dusche und Toiletten und auch einen guten Supermarkt.

Abends nehmen wir dann ein Taxi, welches uns nach Plockton,unser Tagesziel für morgen, führt und wo wir in einem der besten Fischrestaurants der Region ein grossartiges Seefood geniessen.

Die besten Langustines , die es gibt …

Tagespensum 40 SM  – Total: 99 SM

15.7.2018 – Kyle of Lochalsh – Plockton

Unsre heutige Distanz wird nicht sehr gross sein. Wir planen so etwas wie einen Ruhetag. Tagesziel ist Plockton, auf direktem Weg ca. knapp 10 SM. Bei dichtem Nebel – immer noch! – unter der berühmten Skye-bridge durch ins Loch Carron.

Hier leichter Wind, gemütliches Segeln auf räumlichen Kurs Richtung Plockton. Auch hier ist es wichtig, die Seekarte und das GPS genau  im Auge zu behalten und sich genau an die Anweisungen des Revierführers halten – sonst krachts!

Da sich aber der Nebel zum Glück langsam lichtet – sogar die Sonne lächelt ab und zu, ist die Einfahrt nicht weiter schwierig. Wir belegen unser Boot an einer der zahlreichen Mooringbojen. Nach einer gemütlichen Mittagspause aktivieren wir unser Dinghi und machen uns auf einen Spaziergang entlang der „Hafenpromenade“ von Plockton. Ein feines lokales Bier im Pub gehört natürlich auch dazu.

Plockton ist wunderschön, hat fast ein klein wenig mediterranes Flair. Hier scheint es sehr mild zu sein, können wir hier doch eine üppige Vegetation –sogar Palmen! – bestaunen.

Eindrücklich sind auch die riesigen Schwankungen der Gezeiten mit ca. 5 m.
Zum Glück liegt unser Schiff genug weit draussen an einer sicheren Boje!

Ein paar Eindrücke von Plockton:

Tagespensum 10 SM  –  Total : 109 SM

16.7.2018 – Plockton – Portree

Heute ist das Wetter deutlich besser, die Sonne meldet sich immer wieder und es weht ein leichter Wind von ca. 3 Bf aus Süden.

Der Sound of Raasay

So kommen wir mit halbem Wind wunderbar voran quer über den Inner Sound, die Passage zwischen dem Festland und der Insel Raasay – ein wunderschöner Schlag unter Volltuch mit ca. 6 kn Fahrt!  Was will man mehr.

Die Insel Raasay umrunden wir an deren Südspitze und fahren nun unter Motor den Sound of Raasay nordwärts Richtung Portree. Leider bei Windstille – aber einfach traumhaft!

Die Einfahrt nach Portree erweist sich nun besonders spannend: Die Felsklippen vor Portree sind berühmt für ihre Adlerhorste!

Und tatsächlich:. Da das Touristenboot gerade unterwegs ist um die Adler mit Fischen anzulocken, kommen wir wirklich in den Genuss der Beobachtung von Seeadlern!
 

Bei recht kräftigen Fallwinden fahren wir dann rein in die Bucht von Portree, wo wir nach längerem Suchen eine freie Boje finden. Da wir der Mooringleine dieser Boje nicht recht trauen, sichern wir uns zusätzlich mit einem unserer eigenen Festmachern – Dinghi sei Dank – das müssen wir eh klarieren um in Portree an Land zu kommen.

Portree am 17.7.2018!

Den Abend verbringen wir dann selbstverständlich in einem der vielen feinen Seefoodrestaurants!

Tagespensum 26 SM – Total 135 SM

17.7.2018 – Portree – Staffin Bay

Ursprünglich hatten wir für heute geplant, die Insel Skye nördlich zu umsegeln und an der Nordwestecke in der Loch Duntulm zu ankern.

Da diese Bucht aber beim angekündigten Südwind recht ausgesetzt ist, entscheiden wir uns für die Bucht Staffin Bay. Ablegen ca. 10.00 Uhr … bei schwachem Wind teilweise segeln, teilweise motoren. Dann ein Mittagshalt an der Westküste der Insel Rona: Acarseid Mhor.

Da ist wiedermal genaueste Navigation gefragt! Schon die Ansteuerung ist spannend: dort wo ein weisser Pfeil auf den Fels gemalt ist, soll die Einfahrt sein … ok Pfeil gefunden .. Einfahrt genau in der Mitte der schmalen Durchfahrt… ja nicht zu früh nach Steuerbord abdrehen, nicht zu stark nach Backbord, denn beidseits liegt ein nicht sichtbarer „Rock“ … nach 1 Kabellänge stark steuerbord und dann im Abstand von ca. 2 Bootslängen hinter die kleine Insel … hier gibt`s sogar eine Boje .. und da machen wir dann fest!  Natürlich werden wir hier auch von ein paar neugierigen Seehunden begrüsst!

Wer hier nicht exakt navigiert, hat schlechte Chancen!

Der Nachmittag bringt uns dann mit ca. 3 Bf an die NE-Ecke der Isle of Skye: Staffin Bay.
Die Fahrt dorthin führt uns entlang der Nordostküste von Skye – berühmt wegen deren unglaublich schönen Felsformationen.

Staffin Bay ist eine grosse weite Bucht, völlig offen noch N und NE … aber beim vorherrschenden und angekündigten S-Wind bietet uns diese Bucht einen sehr guten Schutz. Wir ankern auf 7 m Tiefe (die Gezeit wird noch ca. 3 m fallen, so dass wir beim nächsten Niedrigwasser noch ca. 4 m haben werden und beim darauf folgenden Hochwasser 8 m …. Also genügend Kette setzen! Dies ist kein Problem, haben wir doch die ganze

Bucht zum Schwojen Platz! Der Anker hält auf anhin sehr gut … und wir haben ausgiebig Zeit, die Stille dieser phantastischen Natur zu geniessen und wiederum die neugierigen Seehunde zu begrüssen!

Tagespensum : 23 SM – Total : 158 SM

18.7.2018 – Staffin Bay – Dunvegan

Morgens leicht regnerisch, wenig Wind: Also die Maschine an und Fahrt Richtung Nordspitze der Isle of Skye.

Da bei der Umrundung dieser Huck recht viel Strömung besteht, ist es wichtig, dass wir frühzeitig ablegen. Denn ab ca. 09.00 werden wir die Strömung gegen uns haben. Es wird doch etwas später als geplant und es bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Nordspitze zwischen dem Inselchen Eilean Trodday mit dem grossen Leuchtfeuer und der Landzunge Rubah Hunish gegen die Strömung anzukämpfen!

Wir kommen mit genau 3 Kn Fahrt über Grund vorwärts! Tja… man sollte die genauen Zeiten einfach einhalten!

Leider werden wir heute vorwiegend motoren müssen. Unser Ziel ist Dunvegan, eine tiefe Bucht an der W – Küste von Isle of Skye. Dunvegan ist u.a. anderem berühmt für sein grossartig erhaltenes Schloss. Dank unserem frühen Start am Morgen kommen wir schon kurz nach Mittag in Dunvegan an, finden eine gut gelegene Boje.

Das Dinghi bringt uns dann rüber an den Steg. Nach einem kurzen Spaziergang zum Schloss werden wir von Dudelsack-Musik empfangen, besuchen das Schloss und v.a. den unglaublich schönen botanischen Garten dieses Schlosses.

Anschliessend an den Schloss- und Gartenbesuch bleibt genügend Zeit, noch einige Einkäufe zu machen.

Tagespensum: 26 SM – Total: 184 SM

19.7.2018 – Dunvegan – Loch Harport

Der heutige Tag wird echt spannend!
Zuerst wenig Wind. Ausfahrt ca. 6 SM Fahrt durch Loch Dunvegan, Umrundung von Dunvegan Head …. und jetzt: Kräftiger S-SW – Wind! Noch etwas raus fahren um Höhe zu holen, Segel raus, abfallen, und frische Fahrt hart am Wind. Hoffentlich schaffen wir die nächste Huck! Tja . .aufkreuzen gegen den Wind … einige Wenden … aber nach ca. 2 Std müssen wir feststellen, dass wir kaum Höhe machen.

Wir entschliessen uns, gegenan zu motoren: Gegen den Wind, gegen die Welle. Also genau was sich eigentlich kein Segler wünscht! Aber trotzdem: nach ca. 2 Stunden gegenan stampfen umrunden wir dann Neist Poin. Nun können wir wieder segeln und mit 5 -6 kn Fahrt der SW-Küste von Skye entlang bis Loch Harport. Der Wind bringt uns bis tief rein in die Bucht, wo wir dann Segel bergen und unter Motor zum Scheitel der Bucht fahren.

Loch Harport, resp das kleine Dorf Carbost, ist v.a. berühmt wegen der Talisker-Whysky – Distillerie. Genau gegenüber finden wir die Boje, welche uns die Old Inn von Carbost am Telefon zugwiesen hat. Klar werden wir im Old Inn essen gehen … nebenbei können wir hier auch duschen .. es gibt sogar Frottiertücher!

Leider können wir die Distillery nicht besuchen, da man sich, wegen dem grossen Andrang, ca. 4 Tage im Voraus anmelden sollte… (wir sind nicht sehr unglücklich, denn es kommen carweise Reisegruppen, um die Distillery zu sehen…)

Ein echt erhabenes Gefühl direkt vor Talisker an einer Boje zu verweilen.

Tagespensum: 42 SM – Total : 226 SM

 

20.7.2018 – Loch Harport – Loch Scresort

Der heutige Tag ist eine echte Herausforderung … in der Nacht wehte ein recht starker S-Wind, so dass die See, kaum haben wir die grosse Bucht verlassen, recht aufgewühlt ist.

Wind wiederum gegenan – angesagt war SW – Wind, was für uns ideal gewesen wäre – aber in Wirklichkeit weht ein SE – Wind: Genau diesen Wind können wir eigentlich nicht gebrauchen … deshalb wieder aufkreuzen! Das tun wir, bis der Wind zusammenfällt und wir leider wieder gezwungen sind zu motoren – gegen die Wellen. Und das bedeutet nach einiger Zeit: Fische füttern mit dem unverdauten Frühstück! .. tja, auch das gehört dazu.

Wir nähern uns der Insel Rhum – abwechslungsweise segeln und motoren.

Der Wind wechselt häufig – unser Tagesziel: Loch Screshort auf Rhum. Der Nebel wird immer dichter – weit sehen wir nicht mehr, aber immerhin können wir die Umrisse der Insel Rhum erkennen – doch bald wird der Nebel so dick, dass wir gar nichts mehr erkennen können! Sichtweite vielleicht 30 m ? – sehr unheimlich, v.a. im Wissen darum, dass hier einige Fischerboote verkehren.

Sichtweite ca. 30 m

Die Fähre, die auch hier verkehrt, wird uns ja wohl im Radar erkennen…. Aber die andern?

Im Hochseescheinkurs haben wir doch gelernt, dass man sich bei dichtem Nebel mit dem Nebelhorn bemerkbar machen muss: Wie war schon das Signal für ein Segelschiff unter Tuch ? Ach ja: ein lang, zwei kurz. Also raus mit dem Nebelhorn und alle 2 Min das entsprechende Signal geben … auch das gehört dazu..!

Zum Glück gibt’s GPS und Kartenplotter und Nebelhorn! Irgendwo da vorne sollte die Insel Rhum sein – und hoffentlich keine Fähre!

Bei der Einfahrt in die Bucht Loch Scresort lichtet sich der Nebel und wir können unter guter Sicht in diese traumhaft schöne Bucht einfahren und sicher ankern auf ca. 6 m Wassertiefe, recht weit drinnen im Scheitel der Bucht. Uff – geschafft! Ankertrunk!

Tagespensum: 30 SM – Total: 256 SM

 

21.7.2018 – Loch Scresort – Tobermory

Es ist stürmischer Südwind angesagt für die nächsten 2 Tage: also Ziel so auswählen, dass wir, falls wir einen Tag abwettern müssten, an einem guten sicheren Ort sind.

schönes Segeln vorbei an der Isle of Muck

schönes Segeln vorbei an der Isle of Muck

Wir entschliessen uns für Tobermory, an der Nordeinfahrt in den Sound of Mull, so dass wir nicht zu weit weg sind von unserem Zielhafen Dunstaffnage.

Es geht heute also ziemlich weit südwärts. Der Wind istherrlich. Wir segeln mit gut 3 Bf ziemlich entlang der Inseln Eigg und Muck. Und dann folgt einer der Höhepunkte dieses Törns: Wale !

Ein Minke Whale!

Ein Minke Whale!

Dann  vorbei am Andramurchan Point, rein in den Sound of Mull, vorbei an News Rocks, in die Bucht von Tobermory (Hauptstadt der Isle of Mull)

Wir sind froh, wieder mal am Steg zu sein, denn hier können wir Wasser bunkern, haben Landstrom, Duschen, im Pub ein Bier trinken .. Auswahl hat es genug….

Was gibt’s besseres als ein kühles schottisches Bier ??

Scottisches Bier

Tobermory
Tobermory

Tagespensum: 32 SM – Total : 288 SM

21.7.2018 – Im Hafen von Tobermory

Der nächste Tag ist wirklich trüb und nass. Wir entscheiden deshalb, einen Ruhetag einzuschalten und in Tobermory die Whiskydistillery zu besuchen.

Hier ist es einfacher, Zutritt zu erhalten als in Talisker!

23.7.2018 – Tobermory – Loch Spelve

Zweit letzter Tag unseres Törns! Südwärts durch den Sound of Mull. Durch den Sound ist wiedermal unser Motor gefragt. Umso mehr geniessen wir die traumhafte Landschaft bei wunderschönem Licht.

 

Nach der Ausfahrt aus dem Sound kommt wunderbarer Wind auf. Wenig Wellengang : segeln vom Feinsten.

Das Wetter hält sich gut: ein herrlicher Segeltag!!

 

Spätere Nachmittag dann Einfahrt in den sehr schmalen Kanal von Loch Spelve: genaueste Navigation ist wieder mal gefragt! Und wegen der Strömung die richtigen Zeiten einhalten! Doch die Mühe lohnt sich: eine schönere und sicherere Ankerbucht findet man als Segler wohl selten!

 

Ankern im Loch Spelve.

Loch Spelve.

 

… und hoch oben über den Felsen kreisen wieder Adler.. diesmal sind es Steinadler!… und im Wasser tummeln sich die Seehunde … es ist unglaublich!

 Tagespensum: 35 SM – Total: 323 SM

24.7.2018 – Loch Spelve – Dunstaffnage

Der letzte Tag unsres Törns. Wunderschöner Wind, gutes Wetter, ruhige See: ein Tag für richtigen Segelsport. Wir haben Zeit und das entsprechende Wetter einfach nach Lust und Laune zu segeln.

Und Zeit für Manövertraining:

Mensch über Bord! Diese Manöver müssen einfach ab und zu geübt werden und unter diesen Bedingungen fast ein Muss.

Jede/jeder macht das Manöver auf 3 verschiedene Arten:

  1. Quick Stop mit Motorenhilfe
  2. Rettungshalse mit Motorenhilfe
  3. Aufschiesser mit Q-Wende ohne Motorenhilfe.

Am späteren Nachmittag fahren wir dann gemütlich in unseren Heimathafen Dunstaffnage ein, um noch Diesel zu tanken, und das Schiff auszuklarieren. Da die Leute von Alba –Sailing intern einen medizinischen Notfall hatten, ist niemand von ihnen vor Ort – klarieren wir halt alles selbst!

Nun gibt’s im „wide mouthed Frog“ wiedermal ein kühles Bier. Anschliessend das ungemütliche Packen, Abreise vorbereiten etc.

Abendstimmung über der Marina Dunstaffnage

Abendstimmung über der Marina Dunstaffnage

Abends nach Oban mit Taxi, wo wir noch Zeit haben für einen gemütlichen Bummel… und dann ab ins beste Fischrestaurant der Stadt.

Oban bei Sonnenschein!

Oban bei Sonnenschein!

Tagespensum 23 SM – Total Törn in 2 Wochen : 346 SM

25.7.2018 – Heimreise vom Segeltörn Schottland 2018

Mit dem Zug durch die grossartige Landschaft von NW Schottland …3 Stunden .. dann Flughafen und die übliche Warterei !

Es war ein unvergesslich schöner Törn. Ich danke meiner Crew Sarah, Claudia und Thomas für diese wunderbaren 2 Wochen

Euer Skipper Dan


Dieser Segeltörn durch die Schottland vorgelagerten Inseln wurde durchgeführt von Dan Sennhauser für Skipperteam.ch im Juli 2018.
Weitere Schottland-Törns sind in der Planung, die nächsten Termine und Möglichkeiten zur Anmeldung erfährst du auf der Seite zur Törn-Information:

Infos zu unseren Schottland-Törns »

1 Antwort
  1. Anita sagte:

    Hallo Dan!

    Dein 2018 -Törn in Schottland tönt sehr verlockend und SEHR spannend! – Ich werde dieses Mail gleich noch zu einer Freundin am Bodensee senden, um zu fragen, ob sie mit mir käme.

    Ich melde mich so schnell wie möglich!

    Liebe Grüsse und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel…
    (Etwa so lautet doch der Segelgruss!?)

    Anita

    Antworten

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